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Klassische Musik und Oper von Classissima

Edward Elgar

Dienstag 24. Mai 2016


Brilliant Classics Blog

13. Mai

Brilliant Classics Neuheiten Mai 2016

Brilliant Classics BlogJeden Monat erscheinen bei Brilliant Classics hochkarätige Neuproduktionen, interessante Wiederveröffentlichungen, Lizenzaufnahmen und enzyklopädische Sammler-Editionen. In diesem Artikel informiere ich kurz über alle kommenden Neuheiten.Sämtliche in diesem Artikel vorgestellten Titel kommen in Deutschland, Österreich und der Schweiz am 29.04.21016 den Handel. ______________________________________________________________________________________________________ Various Composers: Romantic Piano Concertos Various Artists Epoche: Romantik | Klavierkonzerte Brilliant Classics Art.Nr. 95300 EAN: 5028421953007 40 CD Umfangreiche Sammlung romantischer Klavierkonzert-Raritäten Nicht die Sinfonie, die mit Mozart, Haydn und vor allem Beethoven ihren Höhepunkt erlebte, sondern das Klavierkonzert wurde zur liebsten Gattung der romantischen Komponisten im 19. Jahrhundert. Zum einen gab es in der Generation nach Beethoven einen gehörigen Respekt vor dem sinfonischen Kanon, den die Wiener Klassik vorgelegt hatte, zum anderen entwickelte sich parallel mit der steten Verbesserung des modernen Klaviers auch eine neue Virtuosenkultur am Konzertflügel. Durch Europa reisten Dutzende Pianisten, die um die Gunst des Publikums buhlten. Der Hunger nach virtuosen Musikern war ebenso groß wie der Bedarf an neuen, unverbrauchten Konzerten, die die Solisten ins rechte Licht rückten und die dem Gusto des Publikums zusagten. Während im Rückblick sich nur relativ wenig Namen und Konzerte im Repertoire halten konnten, war das tatsächliche Output viel größer. Die 40-CD-Box „Romantic Piano Concertos“ verschafft dem Musikfreund die Möglichkeit, sich einen ausführlichen Überblick über das durchgehend hohe Niveau der Klavierkonzerte der vermeintlich „kleinen Meister“ zu verschaffen. Dabei reichen die zusammengefassten Kompositionen von der Vorromantik mit Werken von Vogler, Viotti und Tomášek über die Frühromantik der Beethoven-Freunde und Schüler wie Clementi, Cramer und Czerny bis zur breit gefächerten Hoch-Zeit der Romantik. Konzerte von Berwald, Field, Hiller, Hummel, Moscheles, Pierné, Raff, Rubinstein, Saint-Saëns und Thalberg bilden den Schwerpunkt der Sammlung. Besonders interessant sind auch die Konzert-Raritäten von Arensky, Balakirev, Glazunov und Rubinstein. Neben einigen Raritäten auch bekannter Namen wie Chopin, Dvořák, Liszt, Mendelssohn, Schumann und Tschaikowsky enthält die Box auch Aufnahmen der von der Romantik beeinflussten Konzerte von Respighi, Gershwin und Barber. Insgesamt umspannt die Sammlung über 100 Werke aus rund 200 Jahren von mehr als 60 Komponisten. Den Grundstock für die Sammelbox bilden Archivaufnahmen des US-amerikanischen Vox-Labels. Dieses war in 1960er und 1970er Jahren dafür bekannt, Aufnahmen von Werken auch abseits des üblichen Katalogs zu veröffentlichen. Solisten wie Michael Ponti, Felicja Blumenthal, Eugene List, Marylène Dosse, Rudolf Firkušny und Roland Keller bürgen für höchste Qualität. Klangkörper wie das Berliner Sinfonie-Orchester, das Orchestra of Radio Luxembourg, die Philharmonia Hungarica, die Wiener Symphoniker unter der fachkundigen Leitung von Dirigenten wie Antal Doráti, Louis de Froment, Jörg Faerber, Herbert Kegel und Alberto Zedda sorgen für eine erstklassige Begleitung. Bei vielen der hier zusammengefassten Aufnahmen handelt es sich um konkurrenzlose Weltersteinspielungen, die teilweise jahrelang nicht mehr erhältlich waren. „Romantic Piano Concertos“ ist ein Muss für jeden Sammler, ein regelrechter Schatz für alle Raritätenjäger, ein zu entdeckender Fundus ungerechterweise vernachlässigter Werke, die nun endlich wieder erhältlich sind. ♦♦♦ Wolfgang Amadeus Mozart: Complete Violin Concertos Kristóf Baráti, Violine & Leitung Hungarian Chamber Orchestra Epoche: Klassik | Orchestermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95368 EAN: 5028421953687 2 CD Kristóf Baráti legt Gesamteinspielung der Violinkonzerte Mozarts vor Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) komponierte 1775 in kurzer Folge vier seiner fünf Violinkonzerte; das erste war bereits 1773 während einer Italienreise entstanden. In ihrer Verspieltheit versprühen sie jugendlichen Charme und sind nach wie vor absolute Publikumsfavoriten. Kristóf Baráti hat sich in den letzten Jahren den Ruf eines der besten Violinisten seiner Generation erworben, der durch seine makellose Technik und zeitlos valide Interpretationen Kritiker und Publikum überzeugt. Dem Ungarn gelingt es bei seinem Mozart-Zyklus, sich den Werken mit demselben frischen, unvoreingenommenen Geist zu nähern, in dem sie einst entstanden. Neben den fünf Konzerten enthält das Album auch die einsätzigen Rondos in B-Dur und C-Dur und das Adagio in E-Dur für Violine und Orchester. Das Hungarian Chamber Orchestra, eines der besten Kammerensembles Ungarns, begleitet Baráti voller Esprit und tänzerischer Leichtigkeit. In der exzellenten Akustik des Kodály Centre im ungarischen Pécs sind mitreißende Liveaufnahmen entstanden, die sehr von Barátis ungebremster Spielfreude, dem eloquenten Klang seiner Lady-Harmsworth-Stradivari und vom gut harmonierenden Dialog mit dem Spitzenensemble profitieren. ♦♦♦ Johann Sebastian Bach: Complete Concertos Pieter-Jan Belder · Christine Schornsheim · Andrius Puskunigis Thomas Zehetmair · Musica Amphion · Amsterdam Bach Soloists Neues Bachisches Collegium Musicum · Netherlands Bach Ensemble Epoche: Barock | Orchestermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95303 EAN: 5028421953038 9 CD Sämtliche Konzerte Bachs in sachkundigen Aufnahmen Obwohl die konzertanten Werke Johann Sebastian Bachs nur einen kleinen Teil seines Œuvres ausmachen, gehören sie zu seinen populärsten Kompositionen. Darüber hinaus gelten sie als bedeutende Beiträge der barocken Konzertliteratur aus Deutschland. Die 9-CD-Box fasst die sechs Brandenburgischen Konzerte, die Violinkonzerte und sämtliche Cembalokonzerte zusammen. Anerkannte Experten wie Pieter-Jan Belder, Christine Schornsheim und Thomas Zehetmair glänzen bei den Aufnahmen als Solisten. Zusätzlich enthält die Sammlung zwei CDs mit rekonstruierten Konzerten, die die Universalität der Klangsprache Bachs eindrucksvoll unter Beweis stellen. ♦♦♦ Guido Alberto Fano: Piano Sonata in E · Quattro Fantasie Pietro De Maria Epoche: Spätromantik | Klaviermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95353 EAN: 5028421953533 1 CD Spätromantische Klaviermusik des Strauss-Schülers Guido Alberto Fano Hierzulande mag der Name Guido Alberto Fano nur den wenigsten ein Begriff sein, in Italien gilt er als bedeutender Spätromantiker. Pietro De Maria, einer der besten italienischen Pianisten, der international mit seinen Bach-, Chopin- und Beethoven-Einspielungen (für Decca) für Aufsehen sorgen konnte, hat Fanos epische Klaviersonate in E-Dur aufgenommen. Mit rund 35 Minuten Spielzeit und einer komplexen Polyphonie und Chromatik gehört sie zu den wichtigsten und anspruchsvollsten Sonaten Italiens des 20. Jahrhunderts. Im Kontrast dazu stehen die „Quattro Fantasie“, die wie eine warme, mediterrane Antwort auf Schumann und Brahms klingen. ♦♦♦ Hans Werner Henze: Complete Music for Guitar Andrea Dieci Epoche: 20. Jahrhundert | Gitarrenmusik Brilliant Classics Art.Nr. 95186 EAN: 5028421951867 1 CD Seltene Gitarrenwerke Henzes in einer spannenden Neuaufnahme Hans Werner Henze gehört zu den wichtigsten deutschen Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Obwohl Bühnenkompositionen den Schwerpunkt seines eklektizistischen Œuvres bildeten, komponierte er immer wieder für die Gitarre, die er wegen ihrer vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten bei gleichzeitiger Schlichtheit und Wärme schätzte. Andrea Dieci, ein »ausgezeichneter Künstler mit einer beneidenswerten Technik« (so das italienische Seicorde-Magazin), hat die beiden Gitarrensonaten über Gestalten von Shakespeare der „Royal Winter Music“ (1975/1979) und die „Drei Tentos“ für Gitarre aus dem Zyklus „Kammermusik“ (1958) aufgenommen. ♦♦♦ Franz Schubert: String Quartet in G D 887 Movement for String Quartet in C minor D 103 Diogenes Quartet Epoche: Romantik | Kammermusik Brilliant Classics Art.Nr. 94467 EAN: 5028421944678 1 CD Letzter Teil der hochgelobten Aufnahmereihe der Streichquartette Schuberts Drei Jahre benötigte das Diogenes Quartett, um sämtliche Streichquartette Schuberts aufzunehmen. Mit der Veröffentlichung des sechsten und letzten Teils der von der Presse gefeierten Gesamteinspielung beschließt es den Zyklus mit einem weiteren Höhepunkt: dem epischen G-Dur-Quartett D 887, Schuberts letztem Streichquartett. Außerdem enthält das Album das Fragment des frühen Quartettsatzes in c-Moll D 103, das der Musikwissenschaftler Christian Starke eigens für diese Produktion rekonstruiert hat. Die vier Münchener Musiker überzeugen erneut durch ein ruhiges, in sich gekehrtes Spiel und ein achtsames Miteinander im Ensemble. ♦♦♦ Georg Philipp Telemann: Complete Suites and Concertos for Recorder Ensemble Cordevento Erik Bosgraaf, Blockflöte & musikalische Leitung Epoche: Barock | Kammermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95248 EAN: 5028421952482 1 CD Auftakt einer kleinen Telemann-Reihe des „Blockflöten-Wunders“ Erik Bosgraaf Georg Philipp Telemann brachte sich als Kind das Spiel der Blockflöte selbst bei und hegte zeitlebens eine besondere Präferenz für das Instrument. Für sie schuf er sogar eine neue Hybridform, die „Suite auf Concertenart“, die Virtuosität mit barocken Tänzen verbindet. Erik Bosgraaf, einer der besten Blockflötisten der Welt, hat als Auftakt einer kleinen Telemann-Reihe die beiden Suiten in a-Moll und Es-Dur mit seinem Ensemble Cordevento aufgenommen. Ergänzt werden sie durch die beiden Altblockflöten-Konzerte in C-Dur und F-Dur. Es sind seltene (und selten aufgenommene) Beispiele der Konzertgattung, die der sonst so emsige Magdeburger scheute. ♦♦♦ Louis Vierne: Spleens et Détresses op. 38 · Piano Quintet op. 42 Mūza Rubackytė, Klavier Anaïk Morel, Mezzosopran Terpsycordes Quartet Epoche: Spätromantik | Kammermusik · Lieder Brilliant Classics Art.Nr. 95367 EAN: 5028421953670 1 CD Kammermusik und Lieder der französischen Spätromantik von Louis Vierne Mūza Rubackytė hat sich zuletzt als sensible Interpretin der spätromantischen Klaviermusik Louis Viernes nachdrücklich empfohlen. Nun widmet sich die litauisch-französische Pianistin seiner Kammer- und Vokalmusik. Gemeinsam mit dem exzellenten Terpsycordes Quartet aus Genf hat sie Viernes Klavierquintett aufgenommen. Vierne komponierte das hochemotionale Werk 1917, kurz nach dem Tod seines 17-jährigen Sohnes im 1. Weltkrieg. Einige Monate zuvor entstand der düster-melancholische Liederzyklus „Spleens et Détresses“ nach Texten von Paul Verlaine. Die französische Mezzosopranistin Anaïk Morel glänzt hier als sensible Kammersängerin. ♦♦♦ Carl Czerny · Giovanni Battista Viotti: Piano Concertos David Boldrini, Klavier Rami Musicali Orchestra, Massimo Belli Epoche: Frühromantik | konzertante Musik Brilliant Classics Art.Nr. 94899 EAN: 5028421948997 2 CD Rare Klavierkonzerte von zwei vergessenen frühen Protagonisten des 19. Jahrhunderts Der Meisterpianist Carl Czerny und der Violinvirtuose Giovanni Battista Viotti waren an der Nahtstelle zwischen Klassik und Romantik auch als Komponisten erfolgreich. Ihre Konzerte ebneten der Frühromantik den Weg. Der italienische Pianist David Boldrini hat für das vorliegende Doppelalbum jeweils zwei Konzerte Czernys und Viottis aufgenommen, die ihre Originalität und ihr Können unter Beweis stellen. Elena Pinciaroli (Klavier) und Augusto Vismara (Violine) als Duettpartner und das toskanische Orchester Rami Musicali unter der Leitung von Massimo Belli begleiten Boldrini bei seiner Wiederentdeckung der beiden zu Unrecht vergessenen Meister. ♦♦♦ Various Composers: Complete Organ Music: Erich, Saxer and Druckenmüller Manuel Tomadin Epoche: Barock | Orgelmusik Brilliant Classics Art.Nr. 95284 EAN: 5028421952840 1 CD Drei kleine Meister der norddeutschen Orgelschule und ihre Sonderwege Georg Wilhelm Saxer, Daniel Erich und Wolfgang Druckenmüller lebten und arbeiteten als Organisten zu Buxtehudes bzw. Bachs Zeiten in Lübeck, Güstrow sowie in Jork bzw. Verden. Ihre erhaltenen Orgelwerke beschreiten interessante Sonderwege innerhalb der norddeutschen Orgelschule. Speziell Druckenmüllers Concerti für Solo-Orgel stehen im deutlichen Kontrast zur damals üblichen Choralform Bachs. Alle drei Komponisten pflegten einen regen Austausch zum Orgelbauer Arp Schnitger. Raritäten-Fachmann Manuel Tomadin hat darum das Werk der drei kleinen Meister an der restaurierten Schnitger-Orgel der St. Michael-Kirche in Zwolle eingespielt. ♦♦♦ Various Composers: Flauto d’amore Ginevra Petrucci, Flauto d’amore Paola Pisa, Klavier Epoche: Klassik · Romantik | Kammermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95289 EAN: 5028421952895 1 CD Der warme Klang der Flauto d’amore wiederentdeckt Der große barocke Flötenmeister Johann Joachim Quantz schätzte den warmen, vollen Klang der Flauto d’amore, doch mit Aufkommen der Klassik geriet sie zunehmend in Vergessenheit. Die italienische Meister-Flötistin Ginevra Petrucci legt nun ein starkes Plädoyer für ein Comeback der Liebesflöte vor: Auf „Flauto d’amore“ spielt sie Bearbeitungen bekannter und unbekannter klassischer und romantischer Miniaturen von Martini, Beethoven, Schubert, Tschaikowsky, Saint-Saëns, Elgar, Gershwin, Poulenc und anderen. Petrucci wird von der Pianistin Paola Pisa unterstützt, die sich einen Namen als einfühlsame und versierte Begleiterin gemacht hat. ♦♦♦ Various Composers: The Organ at European Courts Consort music by Antico · Aston · Attaignant · Cabezon · Gabrieli Hofhaimer · Pasquini · Scheidemann · Scheidt Francesco Cera, Orgel Epoche: Renaissance · Barock | Orgelmusik Brilliant Classics Art.Nr. 95240 EAN: 5028421952406 1 CD Weltliche Orgelmusik an den europäischen Höfen der Renaissance und des Barocks Auch wenn wir heute die Orgel nahezu ausschließlich mit Kirchenmusik in Verbindung bringen, so war sie dennoch in der Renaissance und im Barock ein beliebtes Instrument an den europäischen Höfen. Der Italiener Francesco Cera, von der Kritik immer wieder für seine Grundlagenforschung abseits der bekannten Pfade gelobt, hat auf „The Organ at European Courts“ weltliche Orgelmusik des 16. und 17. Jahrhunderts aus fünf Ländern von Aston, de Cabezon, Du Mont, Frescobaldi, Scheidt u. a. aufgenommen. Als Instrument wählte er ein Orgelpositiv von 1772, das in seiner kompakten neapolitanischen Bauart vielen Hausorgeln des europäischen Adels ähnelt. ♦♦♦ Various Composers: Towards „Verklärte Nacht“ Schoenberg · Bach · Brahms · Zemlinsky · Berg Gabriella Sborgi, Mezzosopran Sextet of the Orchestra da Camera di Mantova, Alessandro Maria Carnelli Epoche: Barock · Romantik · Spätromanik | Kammermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95288 EAN: 5028421952888 1 CD Schönbergs Weg zu „Verklärte Nacht“ und die Nachwirkungen auf seine Schüler Alessandro Maria Carnelli zeichnet auf dem Album Arnold Schönbergs Weg zu seinem spätromantischen Meilenstein „Verklärte Nacht“ nach. Es enthält Bachs „Ricercar a 6“ aus dem „Musikalischen Opfer“ sowie Kompositionen seines Freundes Zemlinsky und seines Idols Brahms. Darüber hinaus enthält es Alban Bergs „Die Nachtigall“, einige Fragmente und selbstverständlich Schönbergs Meisterwerk selbst. Carnelli rekonstruierte hierfür die verworfene Überleitung zwischen den beiden Teilen. Es musizieren Spitzenmusiker des Orchestra da Camera di Mantova; die Mezzosopranistin Gabriella Sborgi glänzt bei den Liedern Brahms‘, Bergs und Zemlinskys. ♦♦♦

ouverture

26. Dezember

500 Years of Organ Music (Brilliant Classic)

Zu einer Reise durch 500 Jahre Orgel-Geschichte lädt Brilliant Classics ein. Das Label kann dabei auf eine große Anzahl hauseigener Orgelmusik-Veröffentlichungen zurückgreifen. Die Auswahl beginnt mit Werken von Meistern aus der Zeit der Renaissance. So enthält das nach Auffassung der Beiheft-Autoren älteste Manuskript mit Noten für ein Tasteninstrument, aus dem Bestand der Biblioteca Comunale Manfrediana di Faenza, Werke von Marco Antonio Cavazzoni (um 1490 bis um 1560). Auch beispielsweise Werke von Gregorio Strozzi (um 1615 bis nach 1687), Luzzasco Luzzaschi (1545 bis 1607), Schüler von Cipriano de Rore und Lehrer von Giovanni Frescobaldi, Michelangelo Rossi (1601/02 bis 1656), Tarquinio Merula (1595 bis 1665), Antonio de Cabezón (1510 bis 1566), Giromalo Frescobaldi (1583 bis 1643), Giovanni Maria Trabaci (um 1575 bis 1647), Andrea und Giovanni Gabrieli, Bernardo Pasquini (1634 bis 1710), Jan Pieterszoon Sweelinck (1562 bis 1621), Johann Jacob Froberger (1616 bis 1667), Georg Muffat (1653 bis 1704), Dieterich Buxtehude, sowie eine CD mit Werken von Nicolaus Bruhns, Heinrich Scheidemann, Samuel Scheidt und Johann Adam Reincken finden sich im ersten Abschnitt, der bis zum Frühbarock reicht. Enthalten ist auch eine CD mit Musik aus den John Reading Manuscripts of Dulwich College, eingespielt von Riccardo Bonci an der George England Orgel aus dem Jahre 1760 in der Christ's Capel of God's Gift, Dulwich, London.  Sehr umfangreich ist der zweite Teil, der Musik vom Barock bis zur Wiener Klassik umfasst. Hier erklingen unter anderem Werke von Johann Kuhnau, Johann Gottfried Walther, Georg Böhm, Johann Sebastian Bach, Daniel Magnus Gronau (1700 bis 1747), Johann Gottfried Müthel (1728 bis 1788), Georg Friedrich Händel, Georg Philipp Telemann, Gottfried August Homilius, Carl Philipp Emanuel Bach, Ignazio Cirri (1711 bis 1787), František Xaver Brixi (1732 bis 1771), Padre Antonio Soler, Joseph de Torres (1670 bis 1738), Antonio Vivaldi, Domenico Alberti (1710 bis 1746), Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn, und Padre Davide da Bergamo (1791 bis 1863).  Der folgende Teil mit Musik der Romantik bringt Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, August Gottfried Ritter (1811 bis 1885), Robert Schumann, Franz Liszt, Vincenzo Antonio Petrali (1830 bis 1889), Johannes Brahms, César Franck, Charles-Marie Widor, Félix Alexandre Guilmant, Max Reger, Edward Elgar und Georgi Alexandrowitsch Muschel (1857 bis 1934), einem russischen Komponisten, der auch sieben Werke für Orgel geschrieben hat. Die letzte Abteilung ist dem 20. Jahrhundert gewidmet und enthält Musik von Maurice Duruflé, Jehan Alain (1911 bis 1940), Hendrik Andriessen (1892 bis 1981), Olivier Messiaen und Arvo Pärt.  Die Auswahl erscheint insgesamt sehr subjektiv; sowohl bei den Komponi- sten als auch bei den Interpreten und den Orgeln, die auf den 50 CD zu hören sind, überwiegt Italien. Wobei es seltsam erscheint, dass die lange Reihe der italienischen Komponisten mit Petrali endet – wie wäre es denn, beispielsweise, mit Marco Enrico Bossi? Und sollte es danach tatsächlich keinen einzigen bedeutenden Orgelkomponisten mehr in diesem Land gegeben haben?  Auch sonst scheint die Auswahl mehr den Katalogen des Labels als der Musikgeschichte zu folgen. So sind Spanien, die Niederlande und England für mein Empfinden nicht angemessen vertreten, sowohl was die Orgel- werke als auch die Instrumente angeht. In Frankreich gab es auch schon sehr lange vor César Franck bedeutende Komponisten von Orgelmusik – und es gibt sie bis heute. Österreich ist ebenfalls ausgesprochen schmal berücksichtigt; Paul Hofhaimer (1459 bis 1537) beispielsweise fehlt, ebenso wie Anton Bruckner.  In Deutschland gab es ein Buxheimer Orgelbuch, geschrieben um 1460/70, sowie den blinden Organisten Conrad Paumann (um 1410 bis 1473), der zunächst in Nürnberg tätig war und später im Dienst der Herzöge von Oberbayern in München wirkte. Er reiste bis nach Italien, wo er mit seinem Spiel großes Aufsehen erregte, und er hat zahlreiche Schüler ausgebildet. Mindestens ebenso lang wie die Liste der deutschen Organisten, die in dieser Edition vertreten sind, wäre eine Liste jener bedeutenden Musiker, die ich vermisse.  Auch Osteuropa bleibt weitgehend ausgespart. Polen beispielsweise war aber stets gut katholisch. Da sollte sich nicht ein einziger Komponist von Rang und Namen finden lassen? Wie wäre es beispielsweise mit Feliks Nowowiejski (1877 bis 1946)? Und Nordeuropa ist in dieser Edition gar nicht vertreten.  Insofern fasst die Kollektion auf insgesamt 50 CD Höhepunkte der Orgel-Editionen bei Brilliant Classics zusammen. Den Anspruch, 500 Jahre Orgelgeschichte repräsentativ abzubilden, kann sie nicht erfüllen – dazu fehlen schlicht zu viele wichtige Protagonisten, und auch enorm viele bedeutende Instrumente. Dennoch bietet diese Box Einspielungen von vielen guten, teils exzellenten Organisten und echte Entdeckungen. 




Brilliant Classics Blog

18. Dezember

Various: 500 Years of Organ Music

Mit seinen von Kritikern und Musikfreunden hochgelobten Orgelmusik-Veröffentlichungen hat sich Brilliant Classics als Referenzpunkt für hochkarätige Aufnahmen etabliert. Neben bedeutenden Zyklen mit Werken von Bach, Buxtehude und den Meistern der französischen Schule, wurde das Orgel-Œuvre von zahlreichen zu Unrecht vergessenen Komponisten wie Giovanni Maria Trabaci, Johann Gottfried Müthel und Joseph de Torres, teilweise in Weltersteinspielungen, vorgelegt. Spitzeninterpreten wie Stefano Molardi, Jean-Baptiste Robin, Francesco Cera, Matthias Havinga, Simone Stella, Adriano Falcioni, Christian Schmitt und Benjamin Saunders bürgen für höchste Kompetenz und Qualität. Die 50 CDs beinhaltende Sammlung „500 Years of Organ Music“ fasst Höhepunkte der Brilliant-Classics-Orgel-Veröffentlichungen zu einem einzigartigen Kompendium über die Geschichte der Musik für die ‚Königin der Instrumente‘ von der Renaissance bis zur Gegenwart zusammen. Angefangen mit einem der ältesten im Druck erhaltenen Zyklen, dem achtteiligen „Recercare“ von Cavazzoni, bis zum schmalen, aber überaus gelungenen Orgelœuvre von Pärt deckt die Box alle Epochen ab: die Anfänge der (notierten) Orgelmusik in der italienischen und spanischen Renaissance und im Frühbarock (Kompositionen von u.a. Giovanni Maria Trabaci und Joseph de Torres ),, die Hoch-Zeit der norddeutschen und mitteldeutschen Schule (mit bedeutenden Werken von beispielsweise Johann Sebastian Bach und Dieterich Buxtehude ), die Klassik in Mittel- und Südeuropa (u.a. Domenico Alberti , Antonio Soler , Joseph Haydn , Wolfgang Amadeus Mozart ), die Romantik mit ihren verschiedenen Ausprägungen in Deutschland, Italien, Frankreich und England (Robert Schumann , César Franck , Max Reger . Johannes Brahms , Edward Elgar usw.) und die Orgelmusik des 20. Jahrhunderts (Hendrik Andriessen , Maurice Duruflé , Olivier Messiaen , Arvo Pärt ). Anhand der hier zusammengefassten Werke lässt sich exemplarisch die gesamte europäische Kunstmusik in ihren verschiedenen Traditionen und Ausformungen nachzeichnen. Wer sich intensiv mit der Geschichte der Orgelmusik beschäftigen möchte, wird an dieser Box nicht vorbeikommen (und vorbeikommen wollen). Musik & Interpretation [∅]Klangqualität [∅]WerksauswahlVerpackung & Booklet 500 Years of Organ Music ist am 11. Dezember 2015 auf Brilliant Classics (95310) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden. Weitere Infos über die 50-CD-Box sowie die komplette Tracklist findet man auf der englischsprachigen Produktseite: http://brilliantclassics.com/articles/other/500-years-of-organ-music/

Crescendo

24. November

Sibelius: Finnlands Gigant - Sibelius: Finnlands Gigant

Am 8. Dezember wird Jean Sibelius’ 150. Geburtstag gefeiert. In seiner Heimat wird dies zelebriert wie ein Nationalfeiertag. Doch die Arbeit des Komponisten wurde nicht von Beginn an mit Blumen übersät.Jean Sibelius war einer der Giganten der Epoche des Umbruchs zur Moderne, dessen nachhaltige Wirkung nur mit seinen Zeitgenossen Claude Debussy, Richard Strauss und Gustav Mahler zu vergleichen ist. Zugleich ist er die Vaterfigur der finnischen Musikkultur, die heute mit einer überwältigenden Schar von Komponisten, Dirigenten, Instrumentalisten und Sängern die Welt erobert. In Zentraleuropa, der Wiege der klassischen Musik, hatte es sehr lange gedauert, bis man allmählich zu begreifen begann, welches Format seine Musik hat. Daran war zu einem guten Teil der Patriotismus schuld, der besonders bezeichnend für die kleineren Nationen wie Tschechien, Ungarn, Norwegen oder eben auch Finnland ist, die sich durch bedeutende kulturelle Erscheinungen eine Weltgeltung erhoffen, die ihnen auf politischem Gebiet verweigert bleibt. Heute ist die finnische Musikerziehung vorbildlich für die ganze Welt. Den Grundstein dazu hat Jean Sibelius mit seinem Schaffen gelegt. Die ersten großen internationalen Erfolge feierte er in der angelsächsischen Welt, dann zogen die Russen nach, die eine tiefe Verwandtschaft in der Mentalität spüren. Besonders in Deutschland stieß seine Musik auf nachhaltigen Widerstand, zu dem verbohrte Theoretiker wie Theodor W. Adorno mit ihrem verbalen Geschütz erheblich beitrugen. Man warf ihm Rückständigkeit vor, auch löchrige, brüchige Form und Primitivität, betrachtete ihn als nationalistischen Spätromantiker, dessen vermeintliches Lokalkolorit karge Landschaftsbeschreibungen und nordische Mythologie importierten. Bei den großen Dirigenten war Sibelius seit jeher beliebt, und die ironische Äußerung Sergiu Celibidaches „Wo sind die Löcher im Wasser geblieben, Herr Adorno?“ steht für ein Bewusstsein, das sich nicht um die Meckereien der Feuilletonisten kümmern muss: Auch Stokowski, Beecham, de Sabata, Koussevitzky, Toscanini, Barbirolli, Karajan, Bernstein, Maazel, Rattle und unzählige weitere sowie natürlich alle finnischen Maestri haben Sibelius’ überragende Erscheinung erspürt und seine Musik überall durchgesetzt. Die Geiger ohnehin, hat ihnen doch Sibelius neben Beethoven und Brahms das großartigste Violinkonzert geschenkt, und wer sonst nichts von ihm kennt – dieses Werk hat jeder schon gehört. Wie auch die Valse triste, jene singuläre Orchesterminiatur, die dem Walzer ein ganz neues Subgenre bescherte. Sibelius war wie Mahler und Strauss vor allem ein Orchesterkomponist und wie Bach und Brahms einer der wenigen ganz Großen, die keine Oper schrieben. Er war der überragende, erneuernde Symphoniker seiner Epoche, die mit Mahler, Carl Nielsen und auch Edward Elgar in dieser Königsgattung weitere durchschlagende Kaliber hervorbrachte. Sibelius und Mahler waren Antipoden: Mahlers zerklüftete Apotheose der sich in unstillbarer Sehnsucht verzehrenden Spätromantik, fortwährendes Psychodrama eines zerrissenen Ichs, das seinen Schmerz in die Welt trägt und mit den gigantischen Kräften des großen Orchesters eine subjektive Nervenmusik übersteigerter Adoleszenz herausschleudert – und damit auch der Vorbote der katastrophischen Überhitzung Schönbergs und seiner zwölftönigen Schule ist; Sibelius hingegen, hierin durchaus Bruckner verwandt, jenseits des Taumels der Hypertrophie in sich gekehrt, aus der Ruhe eine unermessliche Kraft und Klarheit entfaltend, betrachtete sich als „Sklave meiner Themen“, indem er der Musik die ihr innewohnenden Triebkräfte ablauschte und sie quasi sich selbst generieren ließ. Sein Einfluss war immens, ist es nach wie vor und wird es künftig sein. Natürlich gibt es, wie auch bei Debussy, Mahler oder Strauss, viele Nachahmer. Andere haben sich nicht am Äußerlichen seiner Sprache orientiert, sondern die evolutionären Prinzipien des organischen Wachsens, der sich selbst schaffenden Form, der Ganzheit des Spannungsverlaufs erfasst. Die meisten von ihnen waren mit der Ablehnung durch ein Establishment konfrontiert, das für vorgefasste Meinungen über den Kurs der Moderne steht: für den Schaukampf zwischen dem hegemonialen Strukturalismus der Serialisten und New-Complexity-Parteigänger und dem „anything goes“ der Cage-Nachfolger. De facto hat Sibelius, indem die Qualität seiner Musik aller akademisch-rationalen Beweisführung keinen Zugang gewährt, keine stilistisch kategorisierbare Schule begründet. Die Prinzipien des organischen Wachsens sind unabhängig von den klingenden Ingredienzien, was wir beispielsweise im Schaffen von Anders Eliasson oder Ketil Hvoslef auf unterschiedlichste Weise erfahren können. In der nordischen, baltischen, britischen, amerikanischen Musik hat auch Sibelius’ persönlicher Tonfall breite kreative Resonanz gefunden, und ein Meister wie der große Neuseeländer Douglas Lilburn, dessen 100. Geburtstag am 2. November begangen wurde, kann uns entscheidende Hinweise liefern, wo das viel kolportierte „Geheimnis“ von Sibelius’ Modernität liegt. Diese Modernität braucht einen zentralen Faktor, um wirken zu können: die Tonalität, also die eindeutig erlebbaren Spannungsverhältnisse und Affektwirkungen der Tonbeziehungen. Tonalität ist die natürliche Form der musikalischen Beziehung. Vom Zentrum der Bewegung aus kann der Spannungsverlauf in die extrovertierte Oberquintregion oder in die introvertierte Unterquintregion führen. Die Mannigfaltigkeit dieses Beziehungsgeflechts ist unerschöpflich. Sibelius’ besondere Leidenschaft galt der introvertierten Zone, was sich auch in seiner Präferenz für die tiefen Register des Orchesters bekundet. Was nun so ganz neu und grandios ist an Sibelius’ Musik, ist die in seinen reifen Werken stets zunehmende Fähigkeit, gegensätzliche tonale Welten in Kollision miteinander zu bringen – vergleichbar einer musikalischen Kontinentalplattenverschiebung, wodurch es zu Überlappungen, untergründigen Spannungen, plötzlichen Eruptionen, Verwerfungen, Rissbildungen, unerwarteten Umschichtungen kommt – insofern also ein Spiegel von erdgeschichtlichen Naturvorgängen, die im Zeitraffer in die Dimension der menschlichen Fasslichkeit übertragen werden. Diese Musik erinnert uns daran, dass unser Planet lebt. Der Komponist ist sozusagen ein tektonischer Sensor und schafft derart Naturmusik in einem transzendenten Sinne, nicht als pittoreske Schilderung von Landschaften. Insofern war Sibelius weder Romantiker noch Impressionist, auch wenn viele Aspekte dieser Strömungen in seinem Schaffen wie Fundstücke auftauchen. Solche gewaltigen Kontraste und Kollisionen sind nur möglich, wenn mächtige Gravitationsfelder aufgebaut werden, wodurch deren Störung, Zerstörung und wiederkehrender Sog überhaupt als großes Ereignis wahrgenommen werden kann. Das ist die Musik des Antipoden zu jenem Begriff der Moderne, die sich die Auflösung der Bezüge und die komplette Emanzipation der Dissonanz auf die Fahnen schrieb. Besonders deutlich hören kann man das in Werken wie der Vierten, Fünften oder Siebten Sinfonie. Die suggestive Eigenart von Sibelius’ Klangwelt kann uns leicht dazu verführen, den Revolutionär der Form nicht wahrzunehmen, wie er sich in der Fünften Sinfonie ausspricht – deren erster Satz in eine kontinuierliche Beschleunigung bis zum letzten Takt aufbrandet und deren Finale diesen Prozess ebenso machtvoll umkehrt und bezwingend das felsigste Schluss-Statement in der Geschichte der Symphonik herbeiführt (all dies ist am unmittelbarsten zu erfahren in der DG-Konzertaufnahme unter Celibidache). Oder die Verwebung aller Elemente zu unauflöslicher Einheit in der einsätzigen Siebten Sinfonie. Von da aus kann die Entdeckung losgehen, die ein weites Werk umspannt. Pünktlich zum Geburtstag ist die Biografie von Volker Tarnow erschienen, die offensiv mit den feuilletonistischen Klischees aufräumt. Sodann eine historische CD-Box mit autorisierten frühen Aufnahmen bei Warner Classics, die auch den einzigen Mitschnitt des Dirigenten Sibelius enthält. Und seine sehr feine Serie von sechs CDs bei Naxos unter Leif Segerstam, die eher selten zu hörende Orchesterwerke vorstellt. Als Gesamtaufnahme der Sinfonien müssen zwei Finnen empfohlen werden: Paavo Berglund mit dem Chamber Orchestra of Europe (Warner) und John Storgårds mit dem BBC Philharmonic (Chandos). Christoph Schlüren Sibelius-Veröffentlichungen zum Jubiläum Berliner Philharmoniker: Jean Sibelius: Symphonien 1-7 Berliner Philharmoniker Recordings Finnish Radio Symphony Orchestra: Sibelius: 7 Sinfonien [Hannu Lintu] [5 DVDs] Arthaus Musik (Naxos Deutschland GmbH) Benedik Goldstein: Scaramouche Naxos (Naxos Deutschland Musik & Video Vertriebs-) Pajala: Kuolema/King Christian II/+ Naxos (Naxos Deutschland Musik & Video Vertriebs-) Pajala: Jedermann/Two Serious Melodies/in Memoriam Naxos (Naxos Deutschland Musik & Video Vertriebs-) Riho Eklundh: Svanevit/Ödlan/et Ensamt Skispar/+ Naxos (Naxos Deutschland Musik & Video Vertriebs-) Pia Pajala: Sibelius: Belshazzar’s Feast Naxos (Naxos Deutschland Musik & Video Vertriebs-) Pajala: Pelleas et Melisande/Valse Lyrique/+ Naxos (Naxos Deutschland Musik & Video Vertriebs-)



Crescendo

13. Oktober

Auf einen Kaffee mit Yo-Yo Ma - Auf einen Kaffee mit... Yo-Yo Ma

Einem Weltstar wie Yo-Yo Ma läuft man selten zufällig über den Weg. Als er kurz in Salzburg Halt machte, nutzten wir die Gunst der Stunde und trafen einen sehr entspannten Cellisten, der mit uns nicht nur über die Rolle seiner Frau sprach – aber auch.Herr Ma, Ihre neue CD scheint das erste Lollipop-Album zu sein, das Sie gemacht haben – mit Zugabestücken und Wiegenliedern. Ist es wirklich das erste? Im Lauf der Jahre gab es schon einige Compilations, also Sammel­alben, allerdings nicht mit so kurzen Stücken. Insofern: Ja! Es ist mein erstes Lollipop-Album, obwohl wir es natürlich nie so genannt hätten. Kathy (die Pianistin Kathryn Scott, Anm. d. Red.) und ich haben Werke ausgewählt, die wir sehr oft gemeinsam gespielt und von denen wir uns immer wieder vorgenommen hatten, sie endlich auf CD aufzunehmen. Wir betrachten das als eine Art Soundtrack des Lebens – mit Stücken, zu denen jeder seine eigenen Erinnerungen hat. Hand aufs Herz: Songs from the Arc of Life ist das, was man eine beschönigende Umschreibung nennt: einen Euphemismus!? Genau. (lacht) Aber nicht ganz! Die beiden Ave Marias, am Anfang und am Schluss, stehen für Beginn und Ende des Lebens. Dazwischen kommen ein paar religiöse Feiern und auch Hormonstöße, mit Eifersucht, Eitelkeit und unerfüllten Träumen … Was wissen Sie von Eifersucht und unerfüllten Träumen? Davon weiß ich durch meine Schüler! (lacht) Und durch meine Frau. Übrigens wurde Salut d’amour von Edward Elgar für dessen künftige Ehefrau komponiert. Es versteckt sich immer viel mehr Leben zwischen den Noten, als man denkt. Haben Sie den Titel der CD mit Ihrer Frau besprochen? Die ist immerhin Literaturwissenschaftlerin. Ich glaube, sie will das gar nicht so genau wissen… Nein, meine Frau konsultiere ich in Lebensfragen, und zwar nicht zu knapp. In Musikfragen nicht ganz so oft. Soll ich Ihnen verraten, warum? Sie ist so kritisch. Zugabestücke werden in Europa oft nicht ganz für voll genommen. Ist man damit im Unrecht? Ich würde sagen, all diese Titel sind von zugleich seriösem und unterhaltendem Charakter. Wie Sie wissen, nehmen wir in den USA keine so strenge Unterscheidung zwischem beidem vor. Bei uns Musikern, auch bei klassischen Interpreten, steht als Berufs­bezeichnung im Pass: „Entertainer“. Übrigens glaube ich nicht, dass man die Qualität eines Musikstücks nach der Länge bemessen sollte. Short Storys werden nach anderen Kriterien bewertet als Romane – aber sie sind nicht weniger wert. Ich könnte mir vorstellen, dass Sie diese kurzen Stücke schon als Kind gespielt haben! Stimmt genau. Ich komme aus einem familiären Umfeld, in dem Hausmusik eine große Rolle spielte. Da ging es darum, mit Freunden in entspanntem Rahmen kleine Sachen zu spielen. Wenn gerade kein Pianist zur Stelle war, habe ich auf dem Cello einfach den Klavierpart übernommen. Und wenn ein Kind dazu kam, hat man gefragt, was es gerade neu gelernt hat. Das wurde dann gespielt. Solch ein Musikverständnis entspricht mir. Ich finde es schön. Bekannt geworden sind Sie nicht zuletzt mit dem sogenannten „Seidenstraßen-Projekt“, das sich der Musik entlang der Karawanenstrecke zwischen dem Mittelmeer und China befasste. Ist das Projekt eigentlich abgeschlossen? Nein, es ist nicht vorbei. Aber es lebt zum Teil in anderen Formen. Education-Projekte waren von früh an ein wichtiger Bestandteil des Seidenstraßen-Projektes. Die gibt es noch, und zwar nachhaltiger denn je. Wir haben eben das fünfzehnjährige Jubiläum des Projektes gefeiert mit einer Residency an der Harvard University. Es geht weiter. Hat eigentlich Ihr chinesischer Vorname Yo-Yo eine konkrete Bedeutung? Oh ja! Yo bedeutet Freund. Ich wäre also der Doppel-Freund. In China ist es freilich so, dass es eine Art Generationen-Namen gibt, der allen Geschwistern zukommt. Darum handelt es sich bei dem ersten Yo meines Vornamens. Meine Schwester heißt Yo-Cheng Ma. Sie schreibt sich allerdings Yeou-Cheng … Wie haben Sie es eigentlich vermieden, so exzentrisch zu werden wie viele andere frühere Wunderkinder? Wie kommen Sie darauf, dass ich nicht exzentrisch bin?! Ich wollte nett sein. (lacht) Oh, danke vielmals. Ich glaube, dass für viele Wunderkinder das Problem darin besteht, dass sie umgeben sind von einer Welt, die ihnen den Eindruck vermittelt, das absolute Zentrum zu sein. So eine Erfahrung verallgemeinert man dann. Und das kann zu jenen exzentrischen Verhaltenweisen führen, die Sie meinen. Mir ist es anders ergangen. Schon vor dem Universitätsstudium traf ich meine Frau. Die hätte derlei Exzentrizitäten nicht durchgehen lassen. Außerdem: Eine Beziehung ändert alles. Meine Frau hat mir mehr beigebracht als jeder andere Mensch. Auf der Universität stellte ich dann fest, dass es viele Studenten gab, die auf ihrem Gebiet ebenso leidenschaftlich und begabt waren wie ich auf meinem. Ich war plötzlich keine Ausnahme mehr. Sie haben zunächst Geige und Bratsche gelernt, außer zum Cello fühlten Sie sich zum Kontrabass hingezogen. Dumm gefragt: Haben Sie Ihr Instrument nach der Körpergröße gewählt? Als ich vier Jahre alt war, auf jeden Fall! Und Kontrabass habe ich auch nur deswegen nicht wirklich angefangen, weil meine Eltern und Lehrer dagegen waren. Ehrlich gesagt, ich bedauere das bis heute, besonders wenn ich so großartige Kontrabassisten höre wie zum Beispiel Edgar Meyer. Allerdings muss ich zugeben, dass es damals nicht unbedingt um die Größe des Instruments ging. Sondern um den wunderbar tiefen Klang. Der geht mir noch heute durch und durch. Hätte ich den Kontrabass gewählt, wäre mir auch der ständige Ärger mit den Fluggesellschaften erspart geblieben … Und zwar, weil Sie für Ihr Cello ein eigenes Ticket lösen müssen! Haben Sie Ihr Instrument noch nie einfach als Gepäckstück aufgegeben …? Nein, lohnt sich nicht! Ich kenne zu viele Geschichten, bei denen das Cello beschädigt zu seinem Besitzer zurückgekehrt ist. Das kann teuer werden! Allerdings ist es wahr, dass Reisen mit einem Cello nicht nur wahnsinnig teuer ist, weil das Cello einen eigenen Sitzplatz braucht. Immer mehr Airlines erlauben neuerdings überhaupt keine Celli mehr an Bord. Ich kann im Grunde genommen nur noch an Orte reisen, bei denen ich diese Fluggesellschaften umgehen kann. Wie vermeiden Sie es, dass Ihnen das Instrument beim Zoll konfisziert wird – so wie es manchem Ihrer Kollegen schon passiert ist? Ich habe stets ein offizielles Echtheitszertifikat mit Foto dabei. Das liegt im Cellokasten, direkt neben dem Instrument. Es ist absolut notwendig. Und selbst dann noch kann es schwierig werden. Viele alte Bögen enthalten Elfenbein. Dessen Einfuhr ist in den meisten Ländern verboten. Da es sich um historische Bögen handelt, kann ich hoffen, dass ich trotzdem durchkomme. Aber es bleibt eine Zitterpartie. Das gleiche gilt für Fernambuk-Holz, das zu den Tropenhölzern gehört und gleichfalls nicht erlaubt ist. Im Zug zwischen London und Paris kann einem allerdings das Gleiche passieren. Ist auch kein Ausweg. Es wird dahin kommen, dass ich irgendwann das Reisen einstellen muss. Wie teuer ist die Versicherung für Ihr Instrument? Das ist so ähnlich wie bei einer Lebensversicherung, wo es darauf ankommt, ob man raucht und trinkt. Die Versicherung für mein Cello hängt von der Frage ab, in welche Länder ich reisen will. Anhand dessen wird das Risiko des Versicherers – und damit die Beitragssumme – unterschiedlich hoch taxiert. Dann hat Ihr Seidenstraßen-Projekt die Sache verteuert!? Ich kann nur sagen, dass man eigentlich gut beraten wäre, kein historisches, sondern ein neu gebautes Instrument zu verwenden – und keine teure Stradivari. Manche Kollegen tun das mittlerweile auch. Christian Tetzlaff, soweit ich weiß, spielt ein modernes Instrument. Die Musiker des Guarneri Quartetts ebenso. Und auch ich – je nach dem. Und wissen Sie was: Es merkt kein Mensch! Die modernen Instrumente sind in den letzten Jahren so viel besser geworden, dass man ohne weiteres auch ohne Stradivari eine Karriere machen kann. Warum bevorzugen Sie trotzdem ein „Strad“? Weil ich es leihen kann – und dankbar für diese Möglichkeit bin. Ich habe lange Zeit hauptsächlich auf einem Montagnana-Cello gespielt. Jetzt benutze ich wirklich ein Stradivari, das allerdings einer Stiftung gehört. Es ist so wie bei der Vorliebe für Singstimmen: Einige mögen Pavarotti lieber, andere Domingo. Der Unterschied beim Stradivari ist, dass die Obertöne weniger streuen als bei anderen Instrumenten. Das bedeutet, dass der Ton auch in sehr großen Sälen wunderbar fokussiert bleibt, und zwar bis zur letzten Reihe. Wie ein Laserstrahl, der zum Mond geschickt wird und selbst dort noch einen sehr schönen, kleinen Durchmesser behält. Und welche Rolle spielt die Musik bei der Wahl Ihres Instruments? Die größte Rolle! Wenn ich in einem Saal mit warmem Klang etwas von Igor Strawinsky spiele, zum Beispiel im Wiener Musikverein, dann werde ich wahrscheinlich kein Stradivari-Cello wählen. Das wäre too much. Also bevorzuge ich dann ein Cello mit kälterem, schrofferem Klang. Wahrscheinlich wäre die ideale Lösung, wenn ich einfach einen Lkw mit sechzehn Cellos beladen würde und über Land führe… Sie werden im Oktober sechzig Jahre alt und blicken auf ein halbes Jahrhundert Auftrittsgeschichte zurück. Sie haben noch mit Pablo Casals persönlich musiziert, einem Musiker, der einen sehr viel härteren, kehligeren Ton bevorzugte als Sie… Stimmt! Aber ich glaube, dass wir Pablo Casals falsch einschätzen, wenn wir ihn nur von seinen Schallplatten her beurteilen. Denn bei denen war er bereits in einem sehr fortgeschrittenen Alter. Casals lebte mit einer Sängerin zusammen. Für ihn war die menschliche Stimme etwas, an dem er sich orientierte. Er besaß andere Ideale. Übrigens kann ich ehrlich sagen: Ich wäre heilfroh, wenn ich auch nur einen Augenblick lang so klingen könnte wie der alte, großartige Casals. Er war ganz wunderbar. Oscar Storch Yo-Yo Ma & Kathryn Stott: Songs From The Arc of Life Sony Classical (Sony Music)

Edward Elgar
(1857 – 1934)

Sir Edward William Elgar, (2. Juni 1857 - 23. Februar 1934) war ein englischer Komponist. Sein bekanntestes Werk ist der "Pomp & Circumstance March No. 1", dessen Trioteil die Hymne Land of Hope and Glory entlehnt ist, die unter anderem jedes Jahr bei der Last Night of the Proms gespielt wird.



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